Jean Paul Gaultier gehört zu den wichtigsten und auffälligsten Designern, die Mode wirklich kreieren und celebrieren. Er wird nicht umsonst als das Enfant terrible der französischen Modeszene bezeichnet. Gaultier wurde am 24. April 1952 in einem Pariser Vorort geboren, er begann sich dank den Einflüssen seiner Großmutter schon früh für Mode zu interessieren und entwarf Kollektionen auch von Abendkleidern für seine Mutter und Großmutter, die sein Talent stets förderte.

Ohne spezielle Designausbildung bewarb er sich mit Entwurf-Zeichnungen bei verschiedenen Modehäusern, mit Erfolg, denn er begann 1970 als Modezeichner. Wenig später entwarf Gaultier seine ersten Prêt-à-porter-Kollektionen, tragbare Mode der gehobeneren Klasse und erregte schon bald Aufsehen mit seinen ausgefallenen Entwürfen. Aber auch in den extravagantesten Modellen ist stets sein hohes Können sichtbar, das er dann auch zum Teil provokativ in spektakulären Shows zeigt. Zu den aufregendsten Entwürfen zählen seine Einflüsse aus der Punkbewegung, seine Unterwäsche, die als Oberbekleidung tragbar ist, extravagante Büstenhalter und Korsetts sowie der Rock für den Mann.

1990 entwarf Gaultier für Madonna das legendäre Korsett mit einem konischen Büstenhalter, mit Madonna verbanden ihn in dieser Zeit die gemeinsamen Attribute schrill und aggressiv. Auch seine Parfum-Kreationen wurden zum Verkaufserfolg. In den neunziger Jahren widmete er sich auch verstärkt extravaganter Abendmode, so kreierte er 1998 inspiriert von der fernöstliche Kultur Kimono ähnliche Kleider, die für viel Furore in der Modeszene sorgten. Auch für Kinoproduktionen war er zu haben. Futuristische Kostüme sind im Film „Das fünfte Element“ sein Werk. Seit 2003 ist Jean Paul Gaultier Chefdesigner der Damenkollektion des Pariser Luxushauses Hermés.